Viele der geschätzt 80000 jährlichen Neuerkrankungen an Lyme-Borreliose in Deutschland ließen sich mit einem einfachen Körpercheck verhindern, meint Dr. Jochen Süss im „HausArzt-PatientenMagazin“. Er leitet am Friedrich-Loeffler-Institut in Jena das „Referenzlabor für durch Zecken übertragbare Krankheiten“.  Dazu sei allerdings nötig, dass nach einem Waldspaziergang oder einem Streifzug durch hohes Gras der Körper intensiv nach Zeckenstichen abgesucht werde.

„Das geschieht viel zu selten, sodass 50 bis 60 Prozent aller Zeckenstiche nicht bemerkt werden“, berichtet Süß. Das Bakterium Borrelia burgdorferi, das Borreliose-Erkrankungen auslöst, braucht nach dem Stich zwei bis drei Tage, um vom Darm der Zecke in den Menschen zu gelangen. Wer das Tierchen also schon kurz, nachdem es übergesprungen ist, wieder entfernt, reduziert das Risiko für eine Infektion am besten.

Sehr groß ist die Gefahr ohnehin nicht: Nur 20 Prozent hiesiger Zecken tragen die Erreger in sich, und wenn diese gestochen haben, erkranken nur fünf bis zehn Prozent ihrer Opfer. „Das Immunsystem des Menschen ist gut gegen die Eindringlinge gerüstet“, so Süss.

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