Wer in einer verkehrsreichen Umgebung lebt, trägt ein höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Diesen Zusammenhang haben Forscher rund um Professor Wolfgang Rathmann im Deutschen Diabetes Zentrum an der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf herausgefunden, die erhöhte Krankheitszahlen seit 1960 messen. Das Resultat: Luftverschmutzung beeinflusst auch den Blutzucker – und erhöht das Diabetesrisiko um zehn bis 30 Prozent. Zudem begünstigen Entzündungsreaktionen durch Feinstaub auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darüber berichtet das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“ in der aktuellen Ausgabe.

Viel Lärm begünstigt Herzprobleme

Schlechte Luft ist nicht das einzige Problem. Denn wo Verbrennungsmotoren laufen und Reifen quietschen, ist es laut. Dauerhaft hohe Lärmbelastungen am Wohnort erhöhen ebenfalls das Diabetesrisiko. Je nach Studie um bis zu 20 Prozent. „Lärm erzeugt Stress“, erklärt Rathmann. „Der Körper schüttet Hormone aus, die Blutzucker, Blutdruck und Herzschlag steigern.“ Ein hoher Geräuschpegel begünstigt damit ebenfalls auch Herzprobleme. Wer etwa aufgrund seiner finanziellen Situation gezwungen ist, an einer viel befahrenen Straße zu wohnen, ist in der Regel doppelt belastet.

Eigeninitiative: Mehr Bewegung und weniger Fleisch

Rathmann fordert von der Politik strengere Auflagen bei Luftschadstoffen und Lärm sowie auch bei bestimmten Chemikalien in Pestiziden, Kunststoffen und Kosmetika. Doch kann auch jeder einzelne etwas dafür tun, sein Risiko für Typ-2-Diabetes zu reduzieren. Wer in die Pedale tritt statt aufs Gaspedal, zu Fuß geht statt die Straßenbahn nimmt, Treppen steigt statt Aufzug fährt, senkt den Blutzucker und das Diabetesrisiko. Dasselbe gilt für eine fleischarme Ernährung ohne rotes Fleisch von Schwein und Rind.

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