Essen wir uns zu Tode?

Wir lügen uns Tag für Tag in die Tasche, zumindest wenn es um unsere Ernährung geht. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Infratest-Umfrage, die von der neuen Initiative „Zukunft Ernährung e. V.“ in Auftrag gegeben wurde. 85 Prozent aller Frauen und Männer leben in dem festen Glauben, sie ernährten sich gesund – dies steht im deutlichen Gegensatz zur Realität. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Experten aus Medizin, Wissenschaft und Lifestyle wurden diese Erkenntnisse ebenso wie die Visionen und Ziele der Initiative heute in München vorgestellt.

Die stetig steigende Zahl an lebensstilassoziierten Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt, Diabetes mellitus, Adipositas und Krebs macht nur zu deutlich: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Das bestätigt auch Prof. Dr. Dr. Karlheinz Schmidt, wissenschaftlicher Beirat der Initiative Zukunft Ernährung: „Die Multimorbidität im Alter und der damit verbundene Pflegenotstand werden uns überrollen, wenn wir nicht unseren Lebensstil, d.h. Ernährung und körperliche Aktivität im Sinne der Krankheitsprävention ändern“. Nach den Erfahrungen des Vorstandvorsitzenden der IPO (International Prevention Organization) essen Männer und Frauen nämlich im Hinblick auf den Energieverbrauch nicht nur zuviel sondern auch das Falsche. So werden trotz aller Aufklärung die empfohlenen Tagesmengen an Obst und Gemüse unterschritten. Rund Dreiviertel aller Männer und Frauen sind unzureichend mit Folsäure und Vitamin D versorgt, daher kann man diese getrost als Mangelvitamine bezeichnen.

Keine Lust, keine Zeit, kein Geld

Zeitmangel, Geschmackvorlieben, fehlende Motivation und hohe Kosten werden laut Infratest als Gründe für den Verzicht auf gesunde Ernährung angegeben. „Der hohe Zeitaufwand kann kein Argument sein,“ betont Starkoch Holger Stromberg, der die Initiative ebenfalls als Beirat unterstützt. Für Ernährungsspezialistin Dr. med. Stephanie Grabhorn sind die in der Befragung genannten Argumente keine Überraschung. „Neben den Genen bestimmen nämlich Verhaltensmuster, die uns schon in frühester Kindheit antrainiert wurden, unser Essverhalten,“ weiß sie. Rationale Entscheidungen nehmen hingegen nur einen sehr geringen Einfluss auf die Lebensmittelauswahl. Dr. Grabhorn: „Deswegen ist es so schwierig, das Essverhalten eines Erwachsenen langfristig zu verändern.“ Die oberflächlichen Informationen aus den Medien, mit denen sich die meisten Deutschen über Ernährungsfragen informierten, könnten kein tiefer gehendes Grundverständnis in ernährungsphysiologische Zusammenhänge vermitteln, kritisiert die Expertin.

Preiswürdiges Engagement

Angesichts der bedenklichen Entwicklung gibt es bereits verstärkt staatliche Initiative. Aber auch persönliches Engagement ist gefragt, so rief der Unternehmer Dr. Kristian Glagau die Initiative Zukunft Ernährung e.V. ins Leben. Unterstützt von hochkarätigen Experten aus Medizin, Wissenschaft, Sport und Lifestyle hat sie sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für die Bedeutung einer gesunden Ernährung zu schärfen. „Wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich Ernährungsmedizin wollen wir ebenso fördern wie alltagstaugliche Lösungsvorschläge,“ erklärt der Gründer der Initiative Dr. Kristian Glagau. Herausragende Leistungen und Projekte aus dem Bereich Ernährung und Gesundheitsförderung werden künftig in besonderem Maße gewürdigt und mit dem neuen Award Zukunft Ernährung ausgezeichnet. Dieser ist mit 10.000 EUR dotiert und wird jährlich verliehen. Regelmäßige Foren Zukunft Ernährung sollen den interdisziplinären Dialog zwischen Wissenschaftlern, Medizinern, Ernährungsexperten und der breiten Öffentlichkeit anregen. Auch bestehendes Engagement wird unterstützt, so werden für jedes der aktuell 16 Beiratsmitglieder jährlich 1.000 EUR für gemeinnützige Projekte gespendet.

Aktuelle Informationen zur Initiative und ihrer Projekten finden sich unter www.zukunft-ernährung.de .

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