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Wie sich chronische Beschwerden am besten bekämpfen lassen

kopfschmerzen

Der Schmerz dauert an, obwohl der Rücken wieder geheilt ist – für Experten nichts Ungewöhnliches. Denn Schmerz entsteht im Grunde erst auf dem Weg zum Gehirn, an mehreren Stationen kann er gedämpft, ausgeblendet oder aber verstärkt werden. Verändert sich diese Schmerzbahn, kann auch ein Schmerz entstehen, der gar keinen Auslöser im Gewebe hat. „Das bedeutet keineswegs, dass die Beschwerden eingebildet sind“, sagt Professorin Heike Rittner, Leiterin der Schmerztagesklinik an der Uniklinik Würzburg, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. „Vielmehr hat sich die körperliche Ursache verlagert.“

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Fragen und Antworten rund ums Thema Rücken

Jeder Vierte leidet regelmäßig unter ihm – dem Rücken. Ob Verspannungen, Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall, trotz der Häufigkeit existieren viele offene Fragen. Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga, gibt nicht nur Antworten auf allgemeine Fragen, sondern informiert auch über Behandlungsmethoden und Therapien:

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Chronische Schmerzen in Deutschland: Viele Patienten bleiben unbehandelt

Rund 40 Prozent aller Patienten mit Chronischen Schmerzen in Deutschland sind nicht in ärztlicher Behandlung. Und nur die wenigsten werden von ausgebildeten Schmerztherapeuten therapiert. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen forsa-Umfrage unter 1.822 Schmerzpatienten im Auftrag der Initiative „Wege aus dem Schmerz“.

Chronischer Schmerz wird in der Öffentlichkeit häufig nicht als eigenständiges Krankheitsbild wahrgenommen. Dabei ist Schmerz eine komplexe Erkrankung, die von Anfang an gezielt behandelt werden muss. Von rund zwölf Millionen Deutschen, die unter Chronischen Schmerzen leiden, werden allerdings viele überhaupt nicht therapiert – rund 40 Prozent insgesamt. Frauen befinden sich etwas häufiger in Behandlung (68 Prozent) als Männer (56 Prozent) und ältere Betroffene (78 Prozent) häufiger als junge (38 Prozent).

Unterversorgt und nicht angemessen therapiert

Mehr als zwei Drittel aller Patienten (68 Prozent), die in Behandlung sind, gehen zu ihrem Hausarzt. Danach befragt, ob ihr behandelnder Arzt die Zusatzbezeichnung „Schmerztherapeut“ trägt, antworteten 71 Prozent mit „Nein“. Die Ergebnisse bestätigen die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Versorgungssituation hierzulande: Ein Großteil der Patienten ist unter- beziehungsweise fehlversorgt. Teilweise werden sie jahrelang falsch behandelt, weil die Fachkenntnis für das komplexe Krankheitsbild Chronischer Schmerz fehlt. So sind sich 48 Prozent der Allgemeinmediziner nicht sicher, was zu tun ist, wenn ein Patient trotz Behandlung längere Zeit über Schmerzen klagt. „Ärzte brauchen eine bessere Ausbildung und einen vereinfachten Zugang zu Fortbildungsangeboten, um das vielschichtige Krankheitsbild Chronischer Schmerz therapieren zu können. Dafür muss Schmerztherapie als Pflichtbestandteil des Medizinstudiums und als eigenes Fachgebiet definiert werden“, sagt Professor Dr. Rolf-Detlef Treede, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) und Professor für Neurophysiologie am Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim.

Schmerzexperten empfehlen eine sogenannte multimodale Therapie zur effektiven Behandlung. Sie besteht aus den vier Säulen medizinische Therapie, medikamentöse Behandlung, Physiotherapie und Psychotherapie. Aber in der Praxis werden die Patienten nur selten multimodal behandelt, beispielsweise besuchen lediglich sechs Prozent der Betroffenen regelmäßig einen Psychiater oder Psychotherapeuten.

Lange Wege zum Arzt und zu wenig Anlaufstellen

Weiterhin zeigt die Umfrage, dass die Anzahl an Schmerztherapeuten nicht ausreicht, um eine flächendeckend angemessene Behandlung zu gewährleisten. Häufig müssen die Patienten sehr lange auf den ersten Termin bei einem Spezialisten warten – 35 Prozent warteten zwischen einem und sechs Monaten. Hinzu kommen lange Anfahrtswege, besonders in den ländlichen Gebieten Ostdeutschlands. Beinahe jeder dritte Patient (29 Prozent) aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fährt eine halbe bis zu über einer Stunde zu seinem behandelnden Arzt. Derzeit stehen den Schmerzpatienten in Deutschland nur etwa 500 bis 600 schmerztherapeutische Einrichtungen zur Verfügung. Experten der Fachgesellschaften schätzen den Bedarf hingegen auf rund 3.000 Einrichtungen. „Erschwerend kommt hinzu, dass die Anzahl der Schmerztherapeuten sogar rückläufig ist, da die notwendigen Strukturen und Prozesse für eine individuelle, multimodale Therapie in unserem Gesundheitssystem derzeit weder gegeben sind noch vergütet werden“, sagt Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS).

Zu wenig Verständnis aus dem nahen Umfeld

Neben der schlechten Versorgungssituation kommen für die Patienten aber auch Probleme am Arbeitsplatz und im privaten Umfeld hinzu: So beklagen 41 Prozent aller fest angestellten Patienten mit Chronischen Schmerzen, dass ihr Arbeitgeber kein oder nur wenig Verständnis für ihre Erkrankung hat. Und 26 Prozent fühlen sich bei der Therapie und der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten ihrer Erkrankung von Familie und Freunden allein gelassen.

Weitere Informationen zur Initiative und regionale Zahlen zur forsa-Umfrage finden Sie unter: www.wegeausdemschmerz.de .

Chronische Schmerzpatienten fühlen sich medizinisch optimal versorgt

Wer chronische Schmerzen hat, braucht einen guten Arzt und einen solchen scheinen Betroffene in Deutschland auch zu finden. Laut einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ sind fast drei Viertel (73,1 Prozent) der unter Dauerschmerzen leidenden Befragten mit ihrer Behandlung als Schmerzpatient sehr zufrieden. Sie meinen, dass ihr Arzt oder ihre Ärztin das Beste für sie tut. Doch es gibt auch andere Stimmen.

Ein Viertel (24,4 Prozent) der Studienteilnehmer gibt an, manchmal das Gefühl zu haben, dem Arzt als chronischer Schmerzpatient nur zur Last zu fallen. Mehr als jeder Sechste (17,8 Prozent) ist der Ansicht, dass ihm vom behandelnden Mediziner aus Kostengründen bislang verordnete, wirksame Behandlungsmethoden nicht mehr verschrieben würden.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.064 Personen ab 14 Jahren, von denen 274 seit zumindest sechs Monaten unter chronischen Schmerz litten.

Umfrage: Jeder zweite chronische Schmerzpatient glaubt nicht an eine Besserung seines Leidens

Obwohl viele chronische Schmerzpatienten hinsichtlich einer wirksamen Therapie resigniert haben, scheinen sich die meisten von ihnen mit ihren Dauerqualen in irgendeiner Weise zu arrangieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins „Senioren Ratgeber“. Jeder zweite (47,9 Prozent) Betroffene gibt in der Untersuchung an, jede Hoffnung aufgegeben zu haben, dass ihm mit seinen chronischen Schmerzen irgendwann wirkungsvoll geholfen werden könne.

Mehr als 60 Prozent (63,2 Prozent) können sich zudem an die sie ständig peinigenden Beschwerden einfach nicht gewöhnen. Dennoch erklären mehr als 90 Prozent (92,3 Prozent) der Betroffenen, trotz der Dauerpein immer noch ein einigermaßen „normales“ Leben zu führen.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins „Senioren Ratgeber“ durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.064 Personen ab 14 Jahren, von denen 274 seit zumindest sechs Monaten unter chronischen Schmerzen litten.

In bestimmten Körperregionen treten chronische Schmerzen besonders häufig auf

Armer Rücken – er ist bevorzugter Ort chronischer Schmerzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“. Laut dieser Untersuchung leidet gut jeder Achte (13,3 Prozent) unter dauerhaften oder immer wiederkehrenden Schmerzen, die sechs Monate oder länger bestehen. Jeden zweiten (50,6 Prozent) dieser Betroffenen quälen Rückenschmerzen, jeden Dritten (33,8 Prozent) Kniebeschwerden.

Etwas mehr als jeder Vierte hat Schmerzen in Nacken und Schulter (27,8 Prozent) oder in Beinen und Füßen (26,8 Prozent). 24,9 Prozent plagen rheumatische Beschwerden, die zum Beispiel durch Arthritis oder Arthrose ausgelöst sein können. Mehr als einem Fünftel (22,5 Prozent) schmerzt die Hüfte. Vergleichsweise selten sind chronische Kopfschmerzen. Von solchen malträtiert zu werden, gibt nur knapp jeder achte (12,1 Prozent) Betroffene an. Gut sieben Prozent (7,4 Prozent) haben eine chronische Migräne. Etwa jedem zweiten (46,4 Prozent) chronischen Schmerzpatienten gönnen seine Qualen keine Pause und sind nahezu immer vorhanden. Andere Betroffene haben dagegen auch schmerzfreie Zeiten. Jeweils ungefähr ein Drittel berichtet, dass Beschwerden ganz unregelmäßig, unabhängig von Zeiten oder äußeren Umständen (33,8 Prozent) oder bei einem Wetterwechsel (32,9 Prozent) auftreten. Bedauernswert sind die Zeitgenossen, die nahezu immer leiden müssen. Denn sie haben mitunter auch sehr starke Schmerzen, so ein weiteres Ergebnis der Studie. 62 Prozent von ihnen ordnen die maximal wahrgenommene Stärke ihrer Schmerzen auf einer Zehnerskala (von „keine Schmerzen“ bis „extreme Schmerzen“) im Bereich zwischen acht und zehn ein.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.064 Personen ab 14 Jahren., von denen 274 seit zumindest sechs Monaten unter chronischen Schmerzen litten.

Stosswellentherapie, das wirksame Mittel gegen chronische Schmerzen

Akute Schmerzen treten besonders häufig im Rücken, aber auch an jeder anderen Körperstelle auf. In aller Regel ist der Spuk nach vier Wochen wieder vorbei. Was aber, wenn der Schmerz bleibt und trotz Therapie nicht verschwindet? Dann sind meist Triggerpunkte die Ursache der Beschwerde und denen ist nur sehr schwer beizukommen. Das endzündete Muskelgewebe verknotet und verhärtet sich.

Diese Muskelknoten werden als Triggerpunkte bezeichnet und sie sind der häufigste Auslöser chronischer Schmerzen des Bewegungsapparates.

Sie liegen meist entfernt von der tatsächlich schmerzenden Stelle. Das Gehirn projeziert den Schmerz aber nicht zu dem Triggerpunkt sondern in einen anderen Körperbereich. Die Folge, viele nicht mit Triggerpunkten vertraute Ärzte therapieren die Schmerzstelle, anstelle des Triggerpunktes. Sie stehen der Triggerbehandlung auch ablehnend gegenüber, weil sie gewohnt sind, die Problemursache auf Bildern zu erkennen. Diese Möglichkeit gab es aber bislang nicht, weil Triggerpunkte sich weder im Röntgen, noch im herkömmlichen Ultraschall zeigen.

Erst dank einer neuartigen Ultraschalltechnik, der Elastographie, werden sie jetzt sichtbar und können so erfolgreich mit Stoßwellen behandelt werden. Dadurch werden die Entzündungen der Triggerpunkte beseitigt, die Muskeln entspannen sich und die Schmerzen schwinden.

Allerdings befinden sich die Triggerpunkte in oberflächlichen- wie in tiefer liegenden Muskeln und lange gab es keine Stoßwellengeräte, die alle Gewebeschichten erreichen konnten. Darum schreckten viele, von der Methode überzeugte Ärzte vor den Anschaffungskosten zweier unterschiedlicher Geräte zurück. Erst nach weiteren 10-Jahren Entwicklungszeit war dann der Smart Focus AR2 vollkommen ausgereift und wird seitdem im Institut für Triggermedizin, München eingesetzt.

Damit lassen sich Triggerpunkte jeder Gewebeschicht erreichen. Die Stosswellen aktivieren die körpereigenen Selbstheilungsmechanismen und jetzt können fast alle chronischen Schmerzen erfolgreich behandelt werden. Zudem verursacht diese nicht invasive Therapie dem Patienten keine Ausfallzeiten. Umso unverständlicher, warum einige Hausärzte aus purer Unkenntnis davon abraten.

Rat und Tat für Schmerzpatienten

In Deutschland leiden 15 Millionen Menschen unter starken chronischen Schmerzen und sind daher bei alltäglichen Dingen eingeschränkt. Sie wünschen sich trotz einer Erkrankung des Bewegungsapparates eine bessere Lebensqualität. Die neue Ratgeber-Serie der Initiative Schmerz messen gibt Patienten mit starken chronischen Bewegungsschmerzen Tipps für den Alltag. Welche Tricks und Ratschläge können bei chronisch Schmerzkranken zu mehr Lebensqualität führen und helfen, bei alltäglichen Dingen weniger Schmerzen zu erleiden?

Die sechsteilige Ratgeber-Serie startet mit einem zentralen Element – dem Gang zum Arzt. Wer ist bei chronischen Schmerzen der erste Ansprechpartner, und wie können Patienten den Arztbesuch vorbereiten? Welche Unterlagen werden benötigt und wo bekommt man diese? Weitere Themen behandeln das Autofahren bei Opioid-Therapie, die Mitnahme der Schmerzmedikamente auf Reisen, den Austausch der Patienten in Selbsthilfegruppen sowie Ratschläge für schmerzfreies Einkaufen und die rechtlichen Ansprüche von Schmerzpatienten. Jede Ratgeber-Karte enthält Informationen, wie die Schmerzstärke gemessen und in einem Schmerztagebuch dokumentiert wird, damit der Arzt eine adäquate Therapie vornehmen kann, was bei der Einnahme von starken Opioiden zu beachten ist und wo Patienten Hilfe finden.

Die erste Ratgeber-Karte „Gut vorbereitet zum Arzt – an was müssen Schmerzpatienten denken?“ steht ab sofort unter www.schmerzmessen.de bei der Initiative Schmerz messen zum Download bereit und kann per Post oder E-Mail angefordert werden bei der Initiative Schmerz messen, c/o Deutschen Schmerzliga e.V., Adenauer Allee 18, 61440 Oberursel, E-Mail: info@schmerzliga.de . Die weiteren Karten sind im Abstand von vier Wochen erhältlich. Die Initiative Schmerz messen ist eine Kooperation der Deutschen Schmerzliga e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.

Versorgungsstudie identifiziert Schmerzpatienten und deren Chronifizierungsrisiko

Sind Schmerzpatienten in Deutschland optimal versorgt? Und welche Kosten verursachen sie? Bisher gab es auf diese Fragen keine wirklich überprüfbaren Antworten. In Zukunft wird es für die Krankenkassen aber immer wichtiger, chronische Schmerzpatienten oder Patienten mit einem starken Chronifizierungsrisiko zu identifizieren, um geeignete Präventions- und Therapiekonzepte für diese Gruppen zu entwickeln und Hospitalisierungen zu vermeiden. Seit mehr als einem Jahr läuft eine breit angelegte Studie zur Versorgungssituation von Schmerzpatienten. Partner in dieser ersten Phase des Projektes sind neben dem Pharmaunternehmen Grünenthal die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK). Die wissenschaftliche Begleitung liegt bei Prof. Glaeske (Bremen) und dem IGES-Institut in Berlin. Das Konzept sowie erste Teilergebnisse zum Thema „Identifikation und Gruppierung von Schmerzpatienten“ in GKV-Routinedaten wurden nun auf dem Deutschen Kongress für Versorgungsforschung in Heidelberg vorgestellt.

Um die Versorgungssituation von Schmerzpatienten beurteilen zu können, ist eine Typisierung der Patienten unabdingbar, „da ansonsten Patienten mit den unterschiedlichsten Grunderkrankungen und damit zusammenhängenden Behandlungsverläufen und -intensitäten in der Analyse nicht voneinander unterschieden werden könnten“, beschrieb Dr. Antje Freytag vom IGES-Institut auf dem Deutschen Kongress für Versorgungsforschung. Daher wurden in einer Vorstudie zunächst schmerztypische Diagnosen ermittelt, um die relevanten Patienten zu identifizieren. In die Analyse flossen die Daten von insgesamt 5,5 Millionen DAK-Versicherten mit ein, von denen 259.488 im Jahr 2006 mindestens eine und 119.043 mindestens zwei Opioidverordnungen erhielten. Anschließend wurden mittels klinischer Klassifikationsprogramme neun „Schmerztypen“ herausgefiltert, die bei Opioidnutzern (mindestens zwei Verordnungen) überproportional häufig vorkamen.

Am häufigsten kam der Schmerztyp arthrosebedingte Schmerzen (inkl. Schmerzen bei Rheumatoider Arthritis) vor (26,3 Prozent). An zweiter Stelle rangiert der Schmerztyp bandscheibenbedingte Schmerzen (18,0 Prozent). Anhand dieser Klassifikation lassen sich zukünftig – unabhängig von den Verordnungsdaten – Versicherte selektieren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit an mittleren bis starken Schmerzen leiden. Ein vergleichbares Instrument stand bisher nicht zur Verfügung.

Weitere Analyse zum Thema Rückenschmerz

Da die Thematik Rückenschmerzen bei den Schmerztypen insgesamt stark vertreten war, werden nun in einem zweiten Schritt alle relevanten Rückenschmerztypen hinsichtlich Krankheitskosten sowie Patienten- und Verordnungsprofilen analysiert. Ziel ist es, mögliche Prädiktoren für hohe Krankheitskosten zu finden. Die detaillierte Analyse zu weiteren Schmerztypen wird anschließend folgen.

Vermeidung von Chronifizierungen

Warum ist diese Selektion der Schmerzpatienten so wichtig? Schmerzpatienten sollen rechtzeitig erkannt werden, damit man sie in multimodale Behandlungskonzepte integriert. So erhofft man, eine Chronifizierung des Schmerzes zu verhindern, die für die Patienten in der Regel mit jahrelangen, oft frustrierenden Therapieversuchen verbunden ist und für die Krankenkassen einen erheblichen, oft nicht abschätzbaren Kostenfaktor darstellt. Durch die Analyse der Krankheitskosten will man darüber hinaus kostentreibende Faktoren identifizieren, um sie in Zukunft umgehen zu können.

Ein Viertel der Frauen behandelt Schmerzen mit alternativen Methoden

Zehn Millionen Deutsche leiden unter chronischen Schmerzen. Vor allem Frauen scheinen besonders anfällig zu sein. Tatsächlich hat jede zweite Deutsche mindestens einmal in der Woche Schmerzen, mehr als die Hälfte von ihnen sogar täglich. So das Ergebnis einer forsa-Umfrage, die die Zeitschrift VITAL in Zusammenarbeit mit der DAK in Auftrag gab.

Halten die Beschwerden mehr als drei Monate an, gelten sie als chronisch. „Dann ist der Schmerz selbst zur Krankheit geworden“, warnt Prof. Hartmut Göbel, Chefarzt der Schmerzklinik in Kiel. Ausgangspunkt für das Krankheitsbild sind oft Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen. Hat der Körper erst einmal ein Schmerzgedächtnis gebildet, reicht es nicht mehr, den ursprünglichen Auslöser zu therapieren. „Chronische Schmerzen werden immer intensiver wahrgenommen. Das führt zu sozialem Rückzug, Depressionen, Schlafstörungen und einer Entzündungskaskade“, erläutert Göbel. Wer jeden Tag Beschwerden hat, sollte sich daher zu einem Schmerztherapeuten überweisen lassen.

Laut der forsa-Umfrage greift die Hälfte der Befragten im Bedarfsfall zu Medikamenten – und tut damit genau das Richtige. Denn Experten empfehlen, auftretende Beschwerden sofort zu behandeln, damit sich ein Schmerzgedächtnis gar nicht erst herausbilden kann. Aber 56 Prozent der Frauen werden zusätzlich selbst aktiv: Sie versuchen sich mit Spaziergängen und anderen Aktivitäten abzulenken. Sogar 43 Prozent wenden Entspannungstechniken an. Zusätzlich wendet ein viertel der Befragten alternative Heilmethoden wie Homöopathie oder Hausmittel wie Wärmflasche oder kalte Umschläge an.